DAS PUPPEN-STADIUM

Damit die sehr stark gewachsene Larve beginnen kann, ihre zähe Haut abzustreifen, benötigt sie ein scharfes Werkzeug. Da ihr jedoch von aussen niemand zu Hilfe kommt, muss sie dieses Problem selbst lösen.

Alles was sie bis zu diesem Moment benötigte, hatte sie mit Leichtigkeit gefunden. Natürlich gibt es für sie eine Hilfe in diesem schwierigen Moment. Gott, Der alles am richtigen Platz vorsieht, hat der Larve auch für dieses Bedürfnis ein spezielles Organ gegeben.

Am Hinterkopf der Larve befindet sich ein Organ, das dazu dient, die zähe Haut zu zerreissen. Dieses Organ wird vom Körper sofort nach dem Wechseln der Haut abgestossen. Sofern dieses Organ gar nicht oder erst später entstanden wäre, wäre die Larve – weil sie sich nicht hätte befreien können – in ihrer eigenen Haut erstickt.

Die darunter neu gebildete Haut ist jedoch weich und elastisch. Dank dieser elastischen Haut wird auch das Wachstum der Larve erleichtert.

Bis die Mückenlarve ihre Entwicklung vervollständigt hat, wechselt sie noch 3 mal ihre Haut. Nach der insgesamt 4-maligen Häutung erreicht sie ihre Länge von 10 mm.Die winzigen Stechmücken-Würmer sind nun – bevor sie endgültig eine richtige Stechmücke werden – in das abschliessende Puppenstadium ihrer Entwicklung eingetreten. Dies ist eine nicht länger als ein paar Tage dauernde, sehr kurze Phase, und während dieses Stadiums ernährt sich die Puppe nicht.


Der Kopf der werdenden Stechmücke ist gross, rund und ist mit dem Brust-(Torax) Teil vereinigt, aus dem später die Füsse und Flügel ragen werden. Auch in diesem Stadium erscheint die Mücke wieder als ein ganz neues Lebewesen, und ihre Bedürfnisse haben sich geändert.

Ein neuer Körper, neue Bedürfnisse, neue Lösungen
Während des Übergangsstadiums von der Larve zur Puppe schliesst sich der bisher zur Atmung dienende Schnorchel. Nun zeigt sich eine interessante Entwicklung, bei der sich an der Vorderseite der Puppe zwei neue Luftröhren bilden. Noch einmal gelingt es der Stechmücke, dank eines für sie ganz besonders entworfenem Entwicklungsprogramms am Leben zu bleiben. Die Larve beginnt zu atmen, indem sie diese beiden Luftröhren zur Wasseroberfläche hinausragen lässt.

Damit die Puppen Atem holen können, bleiben sie in der Nähe der Wasseroberfläche. Ihre Bewegungen sind sehr schnell, aber sie haben kein Bedürfnis, sich zu ernähren. Das Puppenstadium ist nach 3-4 Tagen abgeschlossen.

Gegen Ende des Puppenstadiums färbt sich die Mücke mehr und mehr braun, und ihre Haut wird durchsichtig. Innerhalb von 5 Tagen öffnet sich die durchsichtig gewordene Haut, und die erwachsene Stechmücke erreicht den Zustand, in dem sie das Wasser verlassen kann. Dieser Moment ist die Darbietung einer Kunstfertigkeit, die den Menschen auch tatsächlich in Staunen versetzt. Denn die junge Mücke verlässt ihre im Wasser schwimmende Puppenhülle, ohne überhaupt das Wasser zu berühren. Dies muss ihr unbedingt gelingen, denn mit nassen Flügeln kann sie nicht fliegen.

Die Flügel und Beine haben ihre Entwicklung während des Puppenstadiums vollendet und sind nun bereit zum Gebrauch.

Kurz bevor die Puppe aus ihrem Kokon schlüpft, dehnt sie sich durch tiefes Einatmen aus. Durch diese Ausdehnung zerreisst die Hülle zuerst an der Seite des Kopfes. Sofern aber dieses Zerreissen nicht an der Kopfseite, sondern an der Unterseite begonnen hätte, hätte die Mücke nicht an die Wasseroberfläche gelangen können und wäre ertrunken.

In diesem Stadium besteht für die Stechmücke, die sich aufs Ausschlüpfen vorbereitet, eine grosse Gefahr. Falls in den zerreissenden Kokon Wasser eindringen würde, wäre das ihr Ende. Aber natürlich wurde auch dagegen eine Vorsichtsmassnahme getroffen. Die zerrissene Oberseite des Kokons besitzt Eigenschaften die verhindern, dass der Kopf der Stechmücke mit Wasser in Berührung kommt; sie ist mit einer klebrigen Flüssigkeit überzogen. Diese Flüssigkeit besitzt eine wasserabstossende Fähigkeit, ähnlich wie das Sekret am Schnorchel, das dem Insekt vorher bereits nützte. Wenn sich diese spezielle Flüssigkeit nicht an der Kopfseite der Puppe befunden hätte, hätte sich der zerrissene Kokon mit Wasser gefüllt. Die Stechmücke wäre mit nass gewordenen Flügeln und Körper zusammen mit dem Kokon versunken.

Es bleibt nicht bei der soeben erwähnten Gefahr für die Stechmücke, wenn sie aus ihrem Kokon schlüpft; es erwarten sie neue Schwierigkeiten. Überlegen wir uns die Situation der Mücke, die sich im Wasser bemüht, sich aus dem sie engumschliessenden Kokon zu befreien:

Durch Verlust ihres Gleichgewichts könnte sich der Kokon auf die verkehrte Seite wenden. Beim Ausschlüpfen könnte sie durch Berührung mit Wasser nass werden. In beiden Fällen würde sie ertrinken.

Die Puppe fährt fort zu atmen. Da der schwächste Wind zum Umkippen im Wasser genügt, und sie sterben könnte, wählt die Stechmücke für das Schlüpfen aus ihrem Kokon einen windstillen Moment. Nachher stösst sie den Kopf und die Vorderbeine allmählich zum Kokon hinaus. Indem sie die Vorderbeine an der Wasseroberfläche abstützt, zieht sie den restlichen Teil ihres Körpers aus dem sich im Wasser befindlichen Kokon heraus. Hier ist nochmals ersichtlich, dass auch die Füsse der Mücke mit einem perfekten Plan erschaffen wurden. Die Füsse der Mücke sind von einer Struktur, die das Versinken im Wasser verhindert.

Sofern diese Eigenschaft an den Füssen der Mücke nicht gewesen wäre, wäre das Insekt ohne erst an die Wasseroberfläche zu gelangen in seinem Kokon ertrunken.

Nachdem die Stechmücke aus dem Kokon geschlüpft ist, ruht sie sich noch eine Weile über dem Wasser aus und fliegt dann davon. Nun hat sie ihr eigentliches Leben begonnen.

Fassen wir auch hier nochmals zusammen:

- Für die im Wasser lebende Larve ist es unmöglich zu wissen, was es bedeutet zu fliegen. Jedoch die zum Fliegen notwendigen Flügel, werden, noch während sie sich im Wasser befindet, erschaffen.

- Falls die Entwicklung der Flügel zum Fliegen und der speziell konstruierten, über dem Wasser verbleibenden Füsse nicht noch während des Stadiums im Wasser vollendet gewesen wären, hätte dies das Ende der Stechmücke bedeutet. Die Mücke, kaum aus dem Kokon geschlüpft, wäre ertrunken. Indessen ist jedoch alles genau zur richtigen Zeit bereit.

Wenn wir an all die Stadien denken, die eine Mücke bis zu ihrer Geburt durchläuft – von ihrer Ablage als Ei im Wasser bis zu ihrem ersten Flug – dann sehen wir, dass jedes Stadium für sich allein schon ein Wunder ist. Bis eine Stechmücke das Licht der Welt erblicken kann, passiert sie hunderte von gefährlichen Wendepunkten. Dank ihrer genauen Programmierung durch die Schöpfung kann die Mücke diese Wendepunkte überwinden und lebt.

Das Insekt hätte auf einfachere Weise zur Welt kommen können. Vor aller Augen befindet sich jedoch ein äusserst beeindruckendes Design. Genau aus diesem Grund ist selbst eine einzelne Stechmücke ein wichtiger Beweis für die Prächtigkeit von Gottes Schöpfung. Und wiederum deshalb scheut Gott Sich nicht, ein Gleichnis mit einer Mücke zu machen (Sure 2:26 – al-Baqara). Denn wie kein anderes Wesen des Universums, ist dieses winzige Tier in vielen Seiner Quranverse erwähnt.