DAS ABENTEUER BEGINNT

Mit der Annäherung der Regenzeit beginnt in den vertrockneten Teichen eine grosse Tätigkeit. Auf dem Grund der Teiche oder in jeder Mulde, die sich mit Wasser füllen kann, sind Stechmücken in Bewegung ersichtlich. Diesmal fliegen sie jedoch nicht, sie gehen. Sie sehen so aus, als suchen sie vorsichtig nach etwas.

Für ein Lebewesen, das wie die Stechmücke fliegen kann, und das aus seiner Sicht gesehen Hindernisse wie Berge und Hügel zu Fuss zu überwinden versucht, ergibt sich ein ziemlich beachtenswerter Anblick. Wie wenn sie von irgendwoher einen Befehl erteilt bekamen, bewegen sich tausende von Stechmücken, alle auf einmal. Denn für sie ist nun die Zeit ihrer Mission gekommen.


Die lange Suche der Stechmücke

Die dem Ei entschlüpfenden Stechmücken-Jungen benötigen zur Vervollständigung ihres Wachstums eine kleine Wasserlache. Dies kann ein schlammiges Regenwasser, Sumpfgebiet, Reisfeld, Wasserbecken oder in einer Blechschüssel angesammeltes Wasser sein. Stehende Gewässer werden von Stechmücken bevorzugt. Denn diese sind dank der in ihnen wachsenden, Photosynthese durchführenden Pflanzen reich an Sauerstoff.


Stechmücken-Eier können sich in jeder Atmosphäre entwickeln, jedoch müssen gewisse Bedingungen erfüllt sein. Die aus dem Ei schlüpfende Larve wird, bis sie zu einer erwachsenen Mücke wird, verschiedene Stadien durchlaufen. In jedem Stadium wird das Mücken-Junge verschiedene Bedürfnisse haben. Trockenheit und extreme Hitze können die Entwicklung der Eier verhindern. Aus diesem Grund muss die Stechmücken-Mutter eine Atmosphäre schaffen, in der ihre Jungen die gesamten Entwicklungs-Stadien sicher durchlaufen können.

Wie aber wird die Stechmücke den passenden Ort für das Heranwachsen ihres Nachwuchses finden? Indem sie sich umschaut, riecht, vermutet, oder durch Zufall?

Wenn wir ihre geringe Körpergrösse in Betracht ziehen, können wir uns vorstellen, wie schwierig es für die Stechmücke sein muss, einen geeigneten Ort zu finden. Aber weil es vorherbestimmt ist, dass sie sich auf eine solche Suche begeben wird, ist auch an dieses Bedürfnis gedacht worden – weshalb sie mit einem hervorragenden System ausgestattet wurde. Sie kann den Ort für die Ablage ihrer Eier mit Leichtigkeit finden: Dank eines „Empfängers“ unter ihrem Bauch kann sie feststellen, ob es bezüglich ausreichender Feuchtigkeit und Wärme der Erde angebracht ist oder nicht, ihre Eier dort abzulegen. Um den passendsten Ort zu finden, untersucht sie ihre Umgebung unermüdlich, Zentimeter um Zentimeter.

Denken wir ein wenig nach über ein 10 mm-kleinen Lebewesen, das Feuchtigkeit und Wärme der Erde messen kann... Eine solche Untersuchung durchzuführen ist eine ziemlich anstrengende Arbeit. Um die Feuchtigkeit, das Alter, die Fruchtbarkeit des Bodens zu messen und die darin enthaltenen Mineralien und Metalle festzustellen, benutzen die Menschen speziell für diese Arbeit entworfene Geräte.

Entweder werden Detektoren benutzt, oder es werden Sonden in die Erde eingebracht und die durch sie gewonnenen Bodenproben werden in Laboratorien geprüft. Denn es ist ziemlich schwierig, zu einem zuverlässigen Ergebnis zu gelangen, wenn man bei einer einer Ausgrabung nicht weiss, was sich wie tief und in welcher Konzentration im Erdboden befindet. Durch einen dabei gemachten Fehler entstehen Mühe-, Zeit- und Geldverlust.

Um zu einem Ergebnis zu gelangen, untersucht auch die Stechmücke zuerst den Boden. Sie informiert sich über den allgemeinen Zustand, bewertet ihn und fasst je nach Resultat einen entsprechenden Entschluss. Hier sprechen wir nicht von einem technisch komplett ausgerüsteten Gerät, sondern von einem 10 mm-grossen, winzigen Lebewesen, der Stechmücke, die mit einem kleinen Empfänger unter ihrem Bauch weite Strecken auf dem Boden abgeht, mit dem einzigen Ziel, für ihre Eier einen geeigneten Legeplatz zu finden...

Fassen wir das bishergesagte zusammen:

Ein Lebewesen von 10 mm Grösse befindet sich bewusst auf einer Suche. Sein Ziel ist es, passende Verhältnisse für die Bedürfnisse seiner Eier und seinen aus den Eiern schlüpfenden Jungen zu finden. Deshalb tritt es eine recht mühsame Prozedur an und sucht zu Fuss nach dem passenden Ort.

Woher sind der Stechmücke die Bedürfnisse des Eis bekannt?

Von Begriffen wie Temperaturveränderung und Luftfeuchtigkeit hat die Stechmücke keine Ahnung. Sie weiss nicht, dass das Einheits-Volumen der in der Erde enthaltenen Wassermenge den Feuchtigkeitsgrad ergibt. Es ist ihr auch nicht bekannt, dass ein geeignete Feuchtigkeitsgehalt und entsprechende Wärme die im Ei enthaltenen Enzyme und Proteine in Aktion versetzen werden. Was Protein und Enzym bedeuten, was diese nützen, und unter welchen Bedingungen sie in Aktion treten, um die Entwicklung des Eis zu gewährleisten, dass die Stechmücke dies alles weiss und dank dieses Wissens vorausschauend handelt, ist sicherlich nicht denkbar. Warum sucht aber die Stechmücke trotzdem die geeignete Feuchtigkeit und Wärme?

Die Stechmücke ist ein Insekt ohne Denkvermögen. Wie kann dieses Insekt, ohne irgendwelche Ausbildung und ohne jegliche Lernfähigkeit, auf ein solches besonderes Ziel hin gerichtet handeln?
Die zweite wichtige Einzelheit ist die technische Ausrüstung, welche die Stechmücke zu ihren Nachforschungen benutzt: Das Organ, das an der passenden Stelle sitzt und das die Wärme und Feuchtigkeit auf empfindlichste Weise misst.



Wie kam die Mücke zu diesem Werkzeug? Hat wohl die Stechmücke, die die Bedürfnisse ihrer Jungen zuvor durch Beobachtung und Versuche herausgefunden haben müsste, sich entschlossen, ihrem eigenen Körper eine Art “Detektor” anzuhängen? Hat sie anschliessend aufgrund dieses Entscheids an ihrem Körper Veränderungen vorgenommen?

Oder ist innerhalb eines “Evolutions-Prozesses” dem Körper einer Stechmücke eines Tages zufällig ein Organ angewachsen, das Wärme und Feuchtigkeit messen kann?

Wie sehr auch diese letzte Möglichkeit dem Menschen sonderbar und unvernünftig erscheint, so ist dies doch die auf der Annahme zahlreicher Zufälle basierende Ansicht der Evolutionstheorie. Gemäss der Theorie sind die Eigenschaften aller Lebewesen aufgrund voneinander unabhängigerzufälliger Veränderungen und durch die Ergänzung untereinander, entstanden.

Indessen gibt es neben den obigen Fragen noch hunderte von weiteren Fragen, welche die Existenz dieser unmöglich machen. Wenn das Organ wirklich zufällig entstanden wäre, wie hat dann die Stechmücke erfahren, zu welchem Zweck und auf welche Weise sie dieses Organ benützen soll? Sofern dieses Organ zufällig entstanden wäre, sollte dies in einem einzigen, schnell passierenden Vorgang geschehen. Ein Organ, das nicht ganz funktioniert oder fehlerhaft misst – z.B. nur die Feuchtigkeit oder die Wärme – nützt nichts. Die Aufrechterhaltung eines unnützen Organs ergibt sogar in der Logik der Evolutionstheorie keinen Sinn.

Es ist auch klar, dass die Stechmücke am eigenen Körper nicht einen speziellen Rechen anbringen kann; es ist aber auch unmöglich, dass sie der nachfolgenden Generation Information über Zweck und Benutzungsmethode dieses Rechens vermittelt.

Vor aller Augen befindet sich eine makellose Harmonie, und es ist offensichtlich, dass eine solche Harmonie in keiner Weise durch Zufälle erschaffen werden kann. Dazu kommt, dass diese Harmonie nicht nur im Leben der Stechmücke anzutreffen ist, sondern bei allen Lebewesen und überall in der Natur.


Flügelschlag und Fortpflanzung

In den 1920er Jahren wurden in einem neu erbauten Elektrizitätswerk die gesamten Generatoren innert kürzester Zeit beschädigt. Den Grund dazu lieferten hunderttausende von Stechmücken, die in den Motoren der Generatoren zerquetscht wurden. Was war es, das diese Mücken an die Generatoren so anzog? Kurz nachdem die Generatoren gereinigt und sich nochmals derselbe Vorfall ereignet hatte, wandte man sich an einen mit Mücken vertrauten Fachmann, der das Problem löste.

Bei den Angreifern auf die Generatoren handelte es sich ausschliesslich um männliche Stechmücken. Diese waren der falschen Annahme, dass sich in den Maschinen Weibchen befänden, die ihnen den Hof machten! Sie hatten das Surren der Generatoren und das Summen der Weibchen miteinander verwechselt. Mit der Änderung der Generatoren-Geschwindigkeit wurde auch die Irreführung der Stechmücken vermieden.

Dieses interessante Ereignis bringt uns zu einem noch aussergewöhnlicheren System, das den Stechmücken zur Paarung dient. Die männlichen Stechmücken erkennen die Weibchen an ihren Flügelgeräuschen.

Die Paarung der Stechmücken geschieht während des Fluges. Doch solange sich die Männchen noch nicht zu einer erwachsenen Stechmücke entwickelt haben, während der ersten 24 Stunden ihres kurzen Lebens, können sie sich nicht paaren. Denn innerhalb dieser Frist sind sie wegen ihrer noch nicht getrockneten Antennen taub. Deswegen können sie die Flügelgeräusche der Weibchen – deren Paarungsruf – nicht hören.

Bei den Stechmücken ist die Hörfähigkeit hochentwickelt. An den aus dem Kopf des Männchens ragenden zwei kleinen behaarten Antennen befindet sich das “Johnston-Organ”, das aus einer grossen Anzahl von Hörzellen entstanden ist, und die Schwingungen der Schallwellen aufnimmt und unterscheidet. Diese behaarten Fühler sind nur in aufrechter Haltung fähig zum Empfang von Schallwellen.

Das Flügelgeräusch, der weiblichen Stechmücke erzeugt bei den männlichen Stechmücken allergrösste Aufmerksamkeit. Des Weibchens Flügelgeräusche erzeugen in den Antennen-Empfangszellen des Männchens Schwingungen, die ans Gehirn der Stechmücke Elektrosignale senden. Die Weibchen schwingen ihre Flügel schneller als die Männchen, und die Schwingtöne, die aus den Flügeln des Weibchens hervorgehen, erhöhen bei den Männchen den Wunsch zur Paarung. Denken wir einmal an die Geräusche in unserer Umgebung an Sommertagen, an denen die Stechmücken in Mengen vorhanden sind. Geräusche von Fahrzeugen, Menschen, Tieren... Kurzum, sehr viele Geräusche in für den Menschen hörbaren und nicht hörbaren Frequenzen. Dass die männliche Mücke unter so viel Geräuschen den schwachen Flügelschlag seines Weibchens hören kann, scheint eine ziemlich schwierige Sache zu sein. Trotzdem kann die männliche Stechmücke dank ihrer empfindlichen “Ohren” aus all diesen verschiedenen Geräuschen das Geräusch seines Weibchens unterscheiden, und fliegt somit für die Paarung in Richtung des Weibchens.

Ein Weibchen, das in einen Stechmückenschwarm gerät und von einem der Männchen bemerkt wird, wird durch die neben dem Geschlechtsorgan der männlichen Stechmücke befindlichen speziellen Kneifzangen gepackt, und die Paarung kann stattfinden. Im allgemeinen geschieht sie in der Luft, manchmal aber auch am Boden. Nach der Paarung kehrt das Männchen zu seinem Schwarm zurück und stirbt nach kurzer Zeit.

Wie aber ist es möglich, dass jede einzelne der Jahr um Jahr zur Welt kommenden Trillionen von Mücken ihre Flügel genau in der Frequenz schlagen kann, die auf ihr eigenes Geschlecht hinweist?

Jedes Weibchen hat die Fähigkeit, ihre Flügel langsamer, und jedes Männchen ist imstande, seine Flügel schneller zu schlagen. Hier tauchen Fragen auf, die von der Evolutionstheorie beantwortet werden müssen.

Sofern die Stechmücke nicht durch Schöpfung, sondern als Ergebnis von Zufällen entstanden wäre, müssten bei jeder neugeborenen Mücke die Flügel in beliebiger Geschwindigkeit schlagen. Denn es gäbe keinen Grund, der das Männchen zu einem langsameren und das Weibchen zu einem schnelleren Flügelschlag veranlassen würde. Um jedoch ihr eigenes Geschlecht zu bekunden, schwingen die Mitglieder beider Geschlechter ihre Flügel in der entsprechenden Geschwindigkeit.

Doch dieser Frequenz-Unterschied allein ergibt noch keinen Sinn. Sofern bei der männlichen Stechmücke das angeborene hochempfindliche Wahrnehmungsvermögen nicht vorhanden wäre, ergäben diese Flügelschläge überhaupt keinen Sinn. So wie die von der weiblichen Stechmücke erzeugten Schwingungen dem Menschen sinnlos erscheinen, träfe es auch für die männliche Mücke zu. In einem solchen Fall würde, weil das Männchen das Weibchen nicht wahrnehmen kann, eine Paarung nicht stattfinden.

Zweifellos ist auch das Gegenteil möglich. Wenn die männliche Stechmücke ein hochentwickeltes Wahrnehmungsvermögen besässe, aber alle Mücken, - Männchen und Weibchen, in verschiedenen Frequenzen die Flügel schwingen würden, würde auch ein empfindliches Wahrnehmungsvermögen beim Männchen keinen Sinn ergeben. Dies würde in beiden Fällen in der betreffenden Generation das Aussterben der Stechmücken bedeuten.

Diese Situation zeigt uns, dass das Erkennungssystem für die Paarung der Stechmücken bereits ab dem ersten Mückenpaar vorhanden sein muss. Die einzige Erklärung, dass ein derart empfindlicher Mechanismus plötzlich zum Vorschein kommt, ist somit eine bewusste Schöpfung.
Nach Vollendung der Paarung bewahrt die weibliche Stechmücke die Spermien des Männchens in einem besonderen Beutel auf, damit sie die befruchteten Eier über Wochen hinweg ablegen kann. Die weibliche Mücke beginnt sofort nach der Paarung mit dem Blutsaugen, denn für die Entwicklung ihrer Eier wird Blut benötigt.